Vortrag: “Sind Frauen, die lesen, gefährlich? Buchbesitz und weibliche Belesenheit in der mittelalterlichen Kunst” mit Nadja Bennewitz
Besaßen Frauen im Mittelalter Bücher, konnten sie lesen oder schrieben sie gar selbst? Mittelalterliche Bilder und Skulpturen zeigen ein vielschichtiges Panorama lesender Frauen, was selten biblisch begründet war. Offenbar existierte ein allgemeines Bedürfnis nach der gelehrten Frau mit Buch in der Hand, wie Maria, die Heilige Katharina von Alexandrien oder die Nonne Christine Ebner vom Ebner-Epitaph in der Sebalduskirche, die der Nachwelt gleich mehrere schriftliche Werke hinterließ: Welche Bedeutung sprach man diesen Buchbesitzenden, lesenden, schreibenden und dozierenden Frauen in der mittelalterlichen Gesellschaft zu? “Siehst du, wie die Heiligen gemalt sind, die dir als Beispiel dienen sollen, damit du, wenn du ein so edles und so schönes Mädchen erblickst, Freude und Stärke und Sicherheit gewinnst und nicht zweifelst”, so die Aufforderung eines Predigers zu Beginn des 14. Jahrhunderts. Sollten derartige Frauendarstellungen die zeitgenössischen Mädchen also bestärken? Ausgehend von Kunstwerken des späten Mittelalters wird diesen Fragen nachgegangen.
> In Kooperation mit der vhs Erlangen, Anmeldung über vhs erforderlich.